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Wie ist Mundgod entstanden?

Nachdem der Dalai Lama im Jahr 1959 aus Tibet geflohen war,
sammelten sich die Flüchtlinge aus Tibet in Nordindien.
In den kommenden Jahren entschloss sich die indische
Regierung dazu, den Flüchtlingen offiziell Land zu
überlassen, damit sie sich dort ansiedeln konnten.

Die einzelnen Parzellen waren über ganz Indien verteilt.
Inzwischen reichte der ursprünglich zugewiesene Boden
bei weitem nicht mehr aus, da immer mehr Tibeter aus
ihrer Heimat flohen und unter anderem in Indien
unterkommen wollten. Eine dieser Flüchtlingssiedlungen
der Tibeter ist Mundgod.

Die Umsiedlung dorthin fand in den Jahren 1967 und
1968 statt. Bevor die tibetischen Flüchtlinge erstmals
eigenes Land zugewiesen bekamen, wurden Männer, Frauen
und auch Kinder unter großer Armut und Strapazen als
Straßenarbeiter im Norden Indiens eingesetzt.
Jetzt konnten sich die Flüchtlinge erstmals wieder
ihre eigene Kultur aufbauen.

1966 wurde Mundgod mit einer Anfangsbevölkerung von
ca. 4300 tibetanischen Flüchtlingen besiedelt.
Die umgesiedelten Leute lebten jahrelang in Zelten,
dann in Bambushütten und mussten eine schlimme Zeit
in einem fremden Land, mit ungewohntem heißen Klima,
bei körperlich schwerster Arbeit durchstehen.
Ein Tibeter berichtet über die Anfänge:
„Hier in Mundgod war alles bewaldet und wir hatten die Bäume
zu fällen und zu roden, um das Land für uns kultivierbar
zu machen. Dies war die schlimmste und schwerste Zeit in
der Geschichte unseres Flüchtlingslebens, in einem fremden
Land zu sein, mit einem immens heißen und trockenen Klima,
heimgesucht von giftigen Parasiten, Schlangen und Skorpionen
bei schwerster körperlicher Arbeit.

Diese ungünstigen Konditionen brachten unzählige unserer
Leute um. Wir erinnern uns, dass die älteren Leute diese
schlechten Bedingungen als eine Art von 'karma-bedinger'
Strafe akzeptierten, welche nicht geringer war, als die
chinesische Unterdrückung während der damaligen Zeit.

Es ist für uns eine ungemeine Freude und Befriedigung,
dass wir die erbärmliche Situation erfolgreich meistern
konnten und es ist jetzt der Grund, auf unsere Entscheidung
stolz zu sein.“


In den 70er Jahren stellte die indische Regierung Geld für
einfachste „Häuser“ zur Verfügung, um bessere Lebens-
bedingungen zu ermöglichen. Zugleich wurde den Familien
eine kleine Fläche Land zur Verfügung gestellt, auf dem
Landwirtschaft betrieben werden konnte.

 

einfaches 'Haus'
 
 
 
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