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Familienleben in Mundgod?

Die tibetischen Flüchtlingsfamilien sind sehr arm.
Das durchschnittliche Monatseinkommen einer Familie liegt
bei maximal 10,- €. Viele Familien, bei denen der Vater
krank, arbeitsunfähig oder bereits gestorben ist, müssen
meist mit nur 4,- bis 5,- € im Monat auskommen. Für diese
Familien und ihre Kinder ist das eine schreckliche Situation,
ohne Aussicht auf Besserung. Nachdem es keine staatliche
Unterstützung gibt, weil in Indien auf das soziale Netz
der Familie gebaut wird, bleibt für sie nichts.

Die Dörfer in der Flüchtlingssiedlung sind überaus ärmlich
und bestehen aus kleinen, ebenerdigen Gebäuden, die aus
getrockneten Lehmziegeln gebaut sind und mit Lehm verputzt
sind. Im Inneren der Häuser befindet sich meistens nur
eine Küche mit offener Feuerstelle am Boden, der Rauchabzug
erfolgt durch ein kleines Loch im Dach, und ein Schlafraum.
In dieser mehr als beengten Umgebung müssen teilweise
drei Generationen leben. Sanitäre Räume gibt es nicht.
An den Wohnteil ist oft noch ein kleiner Unterstand angebaut.
Dort werden die wenigen Haustiere gehalten, meistens ist
es nur eine Kuh, und die Feldfrüchte gelagert.
Die Häuser haben höchstens einen einfach ausgelegten
Stromanschluss für die notdürftige Beleuchtung der Räume.

Jedes Dorf hat einen Tiefbrunnen, aus dem mittels Handpumpen
das Trinkwasser für Menschen und Tiere gefördert wird.
Eine zentrale Wasserversorgung mit Wasseraufbereitungs-
und Entkeimungsanlage gibt nicht. Das schon grundsätzlich
sehr schlechte Wasser wird während der Monsunzeit verstärkt
mit Keimen und Bakterien belastet.
Dadurch erkranken regelmäßig viele Menschen in den Dörfern.

In den neun Dörfern von Mundgod leben Laien, während die
Lama-Camps ausnahmslos Mönche beherbergen.
Im Lama-Camp Nr. 1 gibt es drei Klöster, die zwei berühmten
Schulen des Kloster Ganden, nämlich Ganden-Shartse und
Ganden-Jangtse. Auch ein Myingma-Kloster ist hier angesiedelt.
Im Lama-Camp Nr. 2 ist das Deprung Kloster mit seinen zwei
Schulen Loseling und Gomang beheimatet. Weiter gibt es
hier das Sakya Kloster und Ratoe Dratsang. In Mundgod
gibt es auch ein Frauenkloster mit fast 100 Nonnen,
die erst vor ein paar Jahren aus Tibet hierher gekommen sind.

Klöster
Die Klosteranlagen bestehen meistens aus mehrstöckigen, statt-
lichen Gebäuden, mit teils im Inneren farbenprächtigen und
kunstvoll ausgestatteten Gebets- und Versammlungsräumen.
Es gibt Klassenräume, eine Gemeinschaftsküche, einen
Speisesaal und alle sonstigen für die Aufrechterhaltung
des Klosterlebens notwendigen Räume und Einrichtungen.
Die Unterbring der Mönche erfolgt in karg ausgestatteten
Mehrbettzimmern oder Schlafsälen. Die sanitären Einrichtungen,
die Wasser- und Elektroversorgung, sind alle recht einfach.

 

Familie in Mundgod
 
 
 
Butterlämpchen im Kloster
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