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Die Besetzung Tibets durch die Chinesen

Mit der gewaltsamen Einverleibung Tibets in die Volksrepublik China sind die
Tibeter jedoch nicht nur ihrer Grundfreiheiten und Menschenrechte, sondern
zugleich auch ihres geistig-kulturellen Nährbodens beraubt worden. Was den
tibetischen Buddhisten heilig war, rissen die Besatzer nieder und raubten
alles aus. Klöster, die die größten Kulturäger waren, wurden von den Be-
satzern zusammengeschossen, niedergerissen und die Kunst- und Kulturschätze
geraubt. 6000 Klöster wurden zerstört und unzählige Klosterbibliotheken fielen
in Schutt und Asche.

Die Tibeter wurden – und werden auch heute noch – gesellschaftlich, wirtschaft-
lich und kulturell unterdrückt, wie auch diskriminiert. Politische Gefangene
werden gefoltert und psychisch zermürbt.

Die Repressionen in Tibet haben sich seitdem von Jahr zu Jahr verstärkt. Auch
in Privatwohnungen werden die Bilder des Dalai Lama verboten. In den Klöstern
läuft eine Umerziehungskampagne, wobei die Mönche Tibet als Teil Chinas anerkennen
und dem Dalai Lama entsagen müssen, den chinesischen Panchen Lama anerkennen und
den Sozialismus über den Buddhismus stellen müssen. Viele Mönche werden sogar aus
ihren Klöstern ausgeschlossen. Tibetisch als Sprache in den Schulen ist verboten.
Die chinesischen Machthaber erklären dem Dalai Lama, dem tibetischen Staats- und
Kirchenoberhaupt einen „Kampf auf Leben und Tod“.
Der Einfluss des „Vaterlandsspalters“, so das chinesische Außenministerium, müsse
„ausgerottet“ werden. Zuvor hatten sie den damals sechsjährigen, vom Dalai Lama
anerkannten Panchen Lama, den zweithöchsten Geistlichen Tibets, an einen
unbekannten Ort nach China verschleppt.

Seit Beginn der Besetzung im Jahr 1959, werfen Menschenrechtsorganisationen den
kommunistischen Führern in Peking vor, betreibt China an den Tibetern planmäßigen
Genozid. Es starben mehr als 1,2 Millionen Tibeter an Hunger, Verfolgung, Folter,
Hinrichtung und Selbstmord aus Verzweiflung. Wegen öffentlicher Demonstrationen,
bei denen Nonnen und Mönche eine aktive Rolle spielen, und persönlicher Meinungs-
äußerung innerhalb der Bevölkerung, sind Verhaftungen an der Tagesordnung. In den
Gefängnissen wird systematisch gefoltert. Üblich sind Elektroschocks, Fast-Ertränken,
Aufhängen an Armen und Beinen, fortgesetztes Prügeln, Angriffe von Hunden, die
Vergewaltigung von Nonnen mit elektrischen Viehstöcken usw. Zwangsabtreibungen
bis hin zum neunten Monat und Zwangssterilisation an tibetischen Frauen ist übliche
Methode. Hunderttausende Tibeter wurden in Zwangslager verschleppt oder ins Exil
getrieben. Die Zahl der tibetischen Flüchtlinge ist heute auf etwa 200.000 angewachsen.

Die Bodenschätze und die ehemaligen riesigen Waldbestände werden rücksichtslos
geplündert. Mittlerweile sind bereits 60 % des Waldbestandes abgeholzt. Durch den
von China geförderten Zuzug von Han-Chinesen sind die Tibeter eine Minderheit
im eigenen Land geworden, was die fortschreitende Zerstörung der tibetischen
Kultur weiter beschleunigt.

Im Rücken des Himalaya wurde eine gigantische Militärstruktur geschaffen, deren
Atomraketen weite Teile Asiens bedrohen. In der Kuku-Nur-Region testen die
chinesischen Machtinhaber ihre Atomwaffen, ohne ausreichenden Schutz für die
Bevölkerung. Für viele Länder der Welt bietet China die Endlagerung ihres
Atommülls in Tibet an.


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